I  Impressum  I  Gästebuch  I  Kontakt  I

 

 

 

 

 

Das Stativ

Was ist Stativ? Richtig!!! Es ist sperrig und ein lästiges Ding! Man ist zu faul um es mit zu schleppen. Warum auch, wozu hat man einen Bildstabilisator, teure lichtstarke Objektive und mit 1/500tel sec wird man schon nichts verwackeln. An den teuren schweren Telezooms hat man die Stativschelle ja nur angebaut, damit diese auch über 1Kg schwer werden. Ist das so?

Ganz klar nein! Es ist wichtig, dass man hier ein bisschen umdenkt. Das Stativ dient bei sehr vielen Motiven in erster Linie der Bildgestaltung! Nicht die „flache“ Gestaltung des „Golden Schnittes“ sondern auch die Gestaltung der Tiefe eines Motives ist wichtig. Viele sind mit ihren Bildern, wenn diese auf dem Monitor betrachtet werden, nicht ganz zufrieden. Man sieht oft ein gestaltetes Motiv mit Vordergrund, Mitte und Hintergrund, was dann bei genauer Betrachtung dann Unschärfen aufweist. Der Vordergrund liegt z.B. nicht mehr im Schärfebereich. Ist das Objektiv doch nicht so gut, oder taugt das Gehäuse doch nichts? Mit einer Blende von 5,6 und 1/300tel sec. Verwackelt man doch nichts, bekommt aber in der Bildtiefe eben nur eine begrenzte Schärfe (Schärfentiefe). Also Blende viel weiter zu machen und man kommt auf einmal nur noch auf 1/10tel sec. oder länger. Auch kein Problem, man kann ja die ISO hochstellen. Was ist dann aber mit dem Bildrauschen und der Qualität? Ein Stativ muss her! Es ist also wichtig erst in 2. Linie bei einem Stativ an die Verwackelungsunschärfe zu denken, dann lernt man auch dieses lästige unförmige Teil zu schätzen.

Was für ein Stativ sollte man sich kaufen? Der Markt ist ja voll davon! Erst sollte man sich fragen wo liegt mein Motivbereich? Im Studio, in sauberer Umgebung, oder darf es auch mal am Strand im Sand versacken? Es ist eine Anschaffung für zig Jahre und wird einige Fotoausrüstungen überleben. Es sollte kein Mittelstrebensystem haben,(die drei Beine sollten von oben bis unten frei sein) sonst kann es beim aufstellen zwischen Steine und anderen Sachen hinderlich sein. Ohne ausgefahrene Mittelsäule sollte es noch eine gute Arbeitshöhe haben. Eine ausgezogene Mittelsäule kann durch den Spiegelschlag oder Wind schon Verwackelung erzeugen. Die „Allwetterfotografen“ sind mit einem Stativ ohne Mittelsäule gut bedient (man kommt nicht in Versuchung). Eine Mittelsäule hindert auch das Arbeiten in Bodennähe, gerade im Makrobereich, z.B. bei Pilzen. Belichtungen von einigen Sekunden ist eine gedrehte Mittelsäule auch nicht das Wahre. Es sollte eine max Arbeitshöhe von ca. 1,80 m haben. Beim Arbeiten in Sand oder Salzwasser sollte es aus Carbon oder Basalt sein. Keine Schnellschlussklemmen, sondern Verschraubungen haben. Wenn nach einem Einsatz am Strand es an allen Rohren knirscht und scheuert, besteht hier die Möglichkeit das Stativ bis ins kleinste Teil zu zerlegen, die Teile mit unter die Dusche zu nehmen oder mit dem Gartenschlauch zu bearbeiten. Hinterher fettet man es neu ein, (bei Gitzo z.B. ist Fett dabei) und es ist wieder topp. Bei den Klemmen ist das nicht so einfach. Auch sollte man die Belastbarkeit beachten. Wenn die Kamera mit dem schwersten Objektiv 1,5 Kg wiegt, sollte man das Stativ 10-15 Kg belasten können. Gerade bei Wind und Wetter können viele Motive interessant sein und dann ist ein €1.- Stoffbeutel, der kaum Platz in der Fototasche weg nimmt, gefragt. Diesen kann man mit Steine, Sand, oder was man sonst so findet, befüllen. Den gefüllten Beutel mit ordendlichem Gewicht am Stativ gehängt und es steht wie ein Fels in der Brandung um auch mit längeren Belichtungszeiten zu Arbeiten. Es ist immer schockierend, wenn man bei div. Treffen Leute sieht, die oberhalb ihres Statives eine Ausrüstung von €10000 haben, unterhalb der Ausrüstung alles X-beinig und flatterhaft ist. Ein Porsche mit Rasenmähermotor passt nicht!

Was für einen Kopf zum Stativ?

Es gibt Leute mit 2 rechten Händen und auch mit 2 linken. In Fachgeschäften testen und ausprobieren. Der Kopf braucht nur die Belastbarkeit der Ausrüstung entsprechen. Was man berücksichtigen sollte, DSRL-Gehäuse können fast alle auch filmen und wenn man dieses nutzen möchte, wäre ein Neiger statt Kugelkopf sinnvoll. Für Hochformat wird es dann schwieriger, aber es gibt Winkel, so das dieses Problem auch lösbar ist. Es gibt ein Video-Neiger, der fast weltweit unter jeder Fernsehkamera sitzt. Einer von Sachtler, die für div. Anwendungsgebiete etwas haben, auch Stative. Die Sachtlerköpfe sind einmalig, die Stative sind nur ein muss, wenn man seine Motive zwischen -10 -50°C suchen will.

Man kann keine Hersteller speziell empfehlen! Es ist so wie mit den Motivprogrammen in den DSRL-Gehäusen, die Hersteller versprechen hier viel und trotzdem haut es nicht hin.

Mit dieser kleinen Richtlinie könnte man das Stativ mit anderen Augen sehen und mehr auf TV oder AV stellen und alle anderen Motivpogramme aussen vor lassen. Mit einem18 Mio-Pixel Sensor kann man nur die beste Qualität erreichen, wenn nicht an der Optik und am Stativ gespart wird.

Es sollte immer stimmig sein, sonst ärgert man sich. Hier zu sparen, heisst am falschen Ende sparen, aber das teuerste ist auch nicht immer das Beste!

HaJo-Naturfoto.de

4 Sekunden – Blende20 – ISO 50

Bei Blende 8 kann man den Schärfebereich nur auf den Hutanfang oder Stiel legen.

 

Ohne ein Stativ hätte man kein gutes Ergebniss.

1/20sec – 400mm – Blende18 – ISO50 Mit Video-Kopf kann man auch unscharfe Bilder machen, aber eben Bewegungsunschärfe.

 

1,3sec – 17mm – Blende 16 – ISO100

Auch bei Landschaft mit voller Schärfentiefe kommt man ohne Stativ nicht aus.